Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke...

Es gibt diese Menschen, die bereits mit 12 Jahren wissen, dass sie Arzt werden wollen. Und dann werden sie Arzt. Sie machen ein gutes Abi, gönnen sich nochmal ein schönes work & travel sponsored by Daddy und danach gehts hochmotiviert ins Studium, das zackig durchgezogen wird. Mit Mitte/Ende 20 sind sie Assistenzärzte und dann übernehmen sie die Praxis vom Onkel.
Es gibt wiederum Menschen, die mit 12 Jahren zwar wissen, dass sie Arzt werden wollen, aber mit 13 wollen sie Tierpfleger werden. Und mit 14 Regisseur einer Reality-TV und mit 15 Bühnenbildern. Mit 16 pausieren sie mit Berufswünschen - da haben sie andere Dinge im Kopf.
Spätestens mit 17 sollten sie sich aber bereits auf ein Berufsziel festgelegt haben, denn auf die obligatorische Frage der Verwandten "Und was möchtest Du mal werden?" sollte man eine salonfähige Antwort parat haben.
Blöd für diejenigen, die mit 17 noch nicht wissen, was sie werden wollen.
Sie ernten einen mitleidigen Blick und werden mit der Floskel "Du wirst Deinen Weg schon noch finden," abgespeist.
Doch mit 35 sitzen sie immer noch da, bepackt mit einem wilden Lebenslauf, der weder Fisch noch Fleisch ist und jeden Personaler zum Ohrenschlackern bringt. Sie haben eine Ausbildung oder ein Studium begonnen, vielleicht auch abgeschlossen. Sie haben hier und da gejobbt, in unterschiedlichen Branchen mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Sie waren im Labor, im Büro, auf dem Bau, im Kindergarten, in der Gastronomie und haben Websites programmiert. Sie sind kein erfolgreicher Architekt, kein fleißiger Bürohengst, keine Senior-Managerin bei Wichtigmann & Söhne und auch kein selbstständiger "irgendwas mit Medien"-Typ.
Es schickt sich, seinen Weg gradlinig zu gehen - wie auf der Autobahn.
Immer geradeaus, schön geteert und sicher, zwischendurch ein kleiner
Stopp bei ner Tankstelle mit schlechtem Kaffee und schnell weiter. Wer sich im Dickicht bewegt, Päuschen an Lichtungen macht und sich auch mal verläuft, wird sein Ziel nie erreichen, so die landläufige Meinung.
Doch vielleicht haben sie, die Querdenker, die Alltagsidealisten, die über den Tellerrand Blickenden einfach andere Werte. Werte fernab von Geld, Ansehen, Ruhm und Ehre. Sie gehen durch Höhen und Tiefen, um mehr zu sehen, als ihren Kontoauszug und ihr Reihenhaus. Sie haben mit der Zeit gelernt, auf sich und ihre Fähigkeiten zu vertrauen, hören auf ihre innere Stimme und erfinden jeden Tag eine neue Welt. 
Unsere Werte bestimmen unsere Wege, von denen keiner "richtig" oder "falsch" ist, solange es sich gut anfühlt und wir anderen damit nicht schaden.
Was sind Ihre Werte und welche Wege wollen Sie erkunden?